Dienstag, 23. September 2014

Viele Feiertage und Hochzeit...

Es ist unglaublich wie schnell die Zeit hier doch vergeht! Jetzt bin ich schon seit ganzen 6 Wochen hier! Genauso unglaublich ist aber auch, wie viele Feiertage die Bolivianer hier doch haben...
So war am letzten Sonntag Fruehlingsanfang, Día del Estudiante, Día del Médico und Día del Enamorado. Gefeiert wurde aber schon am Freitag mit zahlreichen Parties.

Natuerlich lagen wir Freiwilligen nicht gemuetlich im Bett herum, sondern unternahmen etwas zusammen in der Stadt. So trafen wir uns alle erstmal in der Stadt um gemeinsam auf eine Studenparty zu gehen. Da dort aber leider nichts fuer uns dabei war, beschlossen wir uns in der España, eine Strasse, die bekannt fuer ihre ganzen Bars ist, eine Bar zu suchen. Wir hatten auch Erfolg und feierten ausgelassen die Begebenheiten. 

Der darauffolgende Tag war auch sehr spannend fuer Johanna und mich, da wir uns fuer eine Hochzeit fertig machen durften. So gingen wir fruehmorgens auf die Cancha um nach einem Hochzeitsgeschenk Ausschau zu halten. 
Traditionell schenkt man dem Paar Haushaltsgegnstaende, beliebt ist dabei Geschirr. 
Das kann ich auch ziemlich gut nachvollziehen, denn wenn man hier so in den Haushalten guckt, fehlt es den meisten an Geschirr.

So wurden Johanna und ich bei einem Teller- und Tassenset und einer Flasche Rum fuendig. 
Mit den Geschenken in der Hand fuhren wir dann schnell nach Hause um uns noch fertig zu machen. 

Laut Einladung sollte die Hochzeitsmesse um 16h beginnen. Doch hierbei ist uns dann wieder klar geworden wie locker die Bolivianer es mit der Zeit nehmen. Denn anstelle, dass wir um 13h losgingen, da wir alleine schon um in den Ort zu kommen 2 Stunden brauchen, haben wir erst um 15h das Haus verlassen.
Johanna und ich so puenktlich (bzw. Deutsch) wie wir sind, mussten deshalb eeewig auf Angie, Delina (ihre Schwester) und Eduardo (der Freund von Delina) warten. 
Wir haben Eduardo schon gesagt, dass das Kind, das er und Delina erwarten, mit Sicherheit nicht Anfang Oktober kommen wird, falls es "bolivianisch ist"! ;D 

Als wir dann endlich im Taxi sassen und irgendwann dann auch an der Kirche ankamen, war die Messe natuerlich schon halb fertig, jedoch noch nicht zuende ;).
Wir kamen noch gerade richtig um dem Brautpaar zu gratulieren. Dabei nimmt man sich eine Handvoll Konfetti, streut das ueber den Kopf des Brauetigams bzw. der Braut und gibt ihnen dann ein Begruessungskuesschen auf die Wange.
Geheiratet haben uebrigens Alejandro und Claudia, die damals auch in der Fundaciòn Hilando Sueños gearbeitet haben.

Nach der Messe standen bereits Micros in der Strasse bereit, um die Hochzeitsgaeste zur Halle zu fahren, in der die weitere Feier stattfand. 
In der Halle angekommen waren wir positiv "geschockt": Die Raeumlichkeiten hatten naemlich Platz fuer ca. 200 Menschen und auf einem Tisch waren 13(!) Torten platziert. 
Ausserdem befand sich auf der Buehne eine Band, die fuer die musikalisch Unterhaltung gesorgt hat.

Zunaechst hiess es erstmal warten, warten, warten und Chips und Erdnuessen essen, die auf den Tischen verteilt waren. 
Irgendwann nach 1-2 Stunden traf dann endlich das Brautpaar ein. Mit ihnen dann auch ein paar mehr als die 20 Gaeste, die schon da waren. 
Dies wurde natuerlich herzlich und gross begruesst indem das Paar durch eine beschriftete Papierwand durchgehen musste und danach mehrere Runden um die Tanzflaeche machen musste.

Anschliessend daran kamen dann unzaehlige Taenze, unter anderem der Tanz des Paares, der Vater-Tochter-Tanz und viele andere.
Den Taenzen folgend kam dann auch der Sekt, der zusammen mit dem Brautpaar angestossen wurde.

Nach einer kurzen Pause wurden dem Brautpaar dann sie Geschenke uebergeben. Dabei waren dann wir wir diejenigen, die ihnen das Konfetti ueber den Kopf streuten, sondern sie. So wurde garantiert, dass auch wirklich alle was vom Konfetti abbekamen ;).

Daraufhin wurde dann die Tanzflaeche eingeweiht. Dafuer stellten sich die Tanzpaar in einer Reihe auf, die jeweiligen Tanzpartner gegenueber. Dann wurde getanzt. Auch Johanna und ich begruessten als Tanzpaar die Tanzflaeche. Nach dem vielen Tanzen wurde dann auch endlich das Essen serviert. Das wurde von den Kellnern an den Tisch serviert. 

Kurz vor 22h traf eine Gruppe von als Mexikaner verkleidete Saengern ein mit Frauen in bolivianischen Tanztrachten. Diese tanzten dann eine Weile um das Brautpaar herum und spielten dabei mexikanische Musik. 

Wahrscheinlich gegen Mitternacht wurden dann auch die Torten angeschnitten, wobei wir leider nicht mehr da sein konnten, da es Delina wegen des Babies nicht so gut ging und wir deshalb schon nach Hause gehen mussten.

Nach dem aufregenden Samstag kam dann ein eher ruhiger Sonntag. 

Anders als der Montag, der mit viel Visumstress verbunden war: Nachdem die bolivianischen Behoerden es nicht geschafft hatten, sich unsere Reisepasskopien anzusehen und deshalb in alle Dokumente Berlin als Ausstellungsort unserer Reisepaesse angegeben hatten, mussten wir am Montag also noch einmal zur Migraciòn mit den korrigierten Dokumenten um dann endlich unser Visum zu beantragen. Dadurch, dass wir mittlerweile alle "illegal" in Bolivien sind, mussten wir dementsprechend viel Strafe zahlen, doch dafuer muesste unser Visum jetzt hoffentlich auf dem Weg sein.

Was das Projekt angeht, haben wir mittlerweile ein Auge fuer, was wir alles mit den Kindern veranstalten koennen. So sind sie unglaublich begabt, was Origami und Basteln angeht. Doch auch spielerisch Englisch lernen bereitet ihnen Freude.
Deshalb spielen sie auch unglaublich gerne unser selbstgebasteltes Englisch-Memory oder auch unser Englisch-Bingo.

Doch bis wir die Kinder auf dem "Niveau" gebracht haben, auf das wir sie gerne haetten, wird noch ein langer Weg vor uns liegen. Von Mathe bis hin zur Sprache gibt es noch viele Sachen, die wir ihnen beibringen muessen, wie zum Beispiel Kopfrechnen, das kleine 1x1, die Grundrechenarten und vor allem Texte zusammenfassen, verstehen und zeichnen. 
Denn zur Zeit koennen sie keines dieser aufgezaehlten Dinge ohne einen Profe an ihrer Seite.

Deshalb meine Bitte: Falls jemand weiss, wie man Kindern zum Beispiel das 1x1 beibringen kann, so wuerde ich mich sehr ueber Anregungen freuen.

Das wars dann erst einmal von mir. Fotos gibts spaeter ;)

Besos 

   Shelly

Donnerstag, 18. September 2014

Dia del Peatòn und Ecofish

Hola!
Seit dem letzten Post ist hier in Cochabamba echt eine Menge passiert.
So viel, dass ich gar nicht realisiert habe, dass der letzte Post schon wieder 2 Wochen her war!
Wie schnell die Zeit doch vergeht...
Zunaechst hatten wir erst nach knapp einem Monat unsere Bienvenidosfiesta (Willkommensparty) gefeiert zusammen mit uns Freiwilligen Annika, Rebecca(beide Ruway Ñanta), Johanna und mir und unseren Erantwortlichen in den verschiedenen Projekten. Die fiesta war dabei so gut, dass sie erst um 4h morgens ein Ende fand.

Der darauffolgede Tag war Dìa del Peatòn. An diesem Tag ist ueberall in Cochabamba kein einziger Trufi, kein einziges Auto, Taxi oder sonst was gefahren. Dafuer waren die Strassen und die Stadt dann von unglaublich vielen Fahrraedern und Fussgaengern besiedelt. Zudem fanden in der Stadt viele Aktionen statt und auch gab es so viele Verkaufsstaende wie an sonst keinem anderen Tag.

Zusammen mit Annika bin ich erstmal von ihrer WG, welches gluecklicherweise schon in der Stadt liegt bzw. noch auf dem Stadtplan verzeichnet ist, in die Innenstadt losgezogen. Obwohl die WG in der Stadt liegt, brauchten wir ca. 2 Stunden zu Fuss um zur Prado, einer grossen Strasse mit besonders vielen Aktionen zu gelangen. Dadurch, dass wir uns die ganze Zeit unterhalten haben, kam uns der Weg nicht so lange vor.
 
An der Prado angekommen sind wir erst einmal unzaehligen deutschen Freiwilligen begegnet. Nach einer kurzen Begruessung gingen wir dann wieder getrennte Wege und Annika und ich schlenderten durch die Stadt um uns alles anzusehen. An sich kann man sich das alles wie einen gemuetlichen Shoppingtag in einer x-beliebigen Stadt Deutschlands vorstellen. Fuer war es nur besonders, dass man nun ohne Angst zu haben auf die Strassen gehen kann. 

Zum Glueck fuhren die Trufis dann wieder gegen 19h, sodass ich noch nach Hause fahren konnte. (Allein schon mit dem Trufi brauche ich 1 Stunde nach Hause. Also diese Strecke waere ich nicht gerne gelaufen!)

Die darauffolgende Woche war dann eher etwas traurig, da wir uns leider von unserer Vorgaengerin, die ebenfalls Johanna heisst, verabschieden mussten. So brachten wir sie am Montag mit Traenen zum Flughafen. Auch, wenn wir nur 1 Monat mit ihr in Cochabamba verbracht hatten, werden wir sie unglaublich vermissen!

Zwischendurch fand dann auch noch die K`hoa statt, ein Fest, welches jeden ersten Freitag im Monat gefeiert wird (jaa, die Bolivianer haben viele Feste ;)). Dazu triffst man sich abends in den Strassen und feiert dann ausgelassen mit Chicha (ein alkoholisches Getraenk, typisch fuer Cochabamba), Tanz, Gesang, traditionellen Instrumenten und Weihrauch. Dabei ist es so ziemlich egal, ob man sich kennt oder nicht, man bescherrt sich trotzdem zusammen einen schoenen Abend!

Das letzte Wochenende sind wir dann zum ersten Mal zusammen gereist. Ziel war eine Cabaña (Ferienhaus) namens "Ecofish". Dort geniessten wir die Stille, der wir sonst in der Stadt nicht begegnen, spielten zusammen Fussball, liessen uns etwas ueber die Forellen dort erzaehlen und ruhten uns einfach nur aus. 
Dabei lauschten wir dem Geraeusch des Wassers und schauten den Fischen beim Schwimmen zu. 

Das besondere an Ecofish ist, das hier, wie der Name schon sagt, sehr viele Forellen "gezuechtet" werden. Dazu gibt es unzaehlige Becken, mit Forellen in verschieden Alterstufen. 
So durften wir zum Mittagessen auch frische Forellen verzehren. Das war mal eine Abwechslung zu dem ganzen Fleisch in der Stadt!

Erlauben konnten wir uns diese Reise aber auch nur, weil Sonntag ein cochabambinischer Feiertag war. Da die Bolivianer aber auch gerne mal einen freien Tag machen, wurde der Feiertag auf Montag verschoben, dem langen Wochenende zugute.

Doch trotz alldem mussten wir Dienstag dann auch wieder arbeiten gehen.

Bis dahin allen eine gute Woche, wobei jetzt dann auch schon wieder Wochenende!

Besos

  Michele