Unglaublich, dass jetzt schon Oktober ist...
In der Zeit zwischen dem letzten Post und jetzt ist natuerlich unglaublich viel passiert und davon will ich jetzt berichten:
An einem Wochenende haben wir uns alle, also Rebecca, Johanna und ich (Annika war auf einer Hochzeit) bei Miguel, einen guten Freund von Rebecca, getroffen um zusammen Karaoke zu singen. Neben Englisch haben wir auch Deutsch, Spanisch und Portugisisch gesungen. Das alles ging dann unglaubliche 8 Stunden! Es war ein Wunder, dass wir alle am darauffolgenden Tag noch Stimme hatten.
Was mir hierbei wieder aufgefallen ist, dass es hier kein Lärmschutzgestz oder ähnliches gibt. Denn man kann hier eigentlich solange und an jedem Tag Fiesta machen, je nachdem wie man Lust hat. So hatte sich auch keiner beschwert, dass wir 8 Stunden am Stück Karaoke gesungen hatten.
Vor dem Karaoke waren wir alle aber noch beim Friseur. Da war Radikalveränderung angesagt! Johanna und Maraike (eine neue ICBA-Freiwillige) waren mutig und ließen sich die Haare bis auf einen Zentimeter abrasieren.
Ich hatte nicht den Mut dazu, habe jetzt aber trotzdem 25cm meiner Haare an meiner Wand hängen :D (Fotos gibts später ;)).
Die darauffolgende Woche war unglaublich stressig, denn da hieß es: Feria vorbereiten! Bei der Feria, die im ICBA stattfinden sollte, ging es darum, dass sich alle sozialen Projekte, die von Deutschen unterstützt werden, sich vorstellen sollten, also ihre Arbeit und ihre Pläne für die Zukunft. Und wann sollte das alles stattfinden? Natürlich, am Tag der Deutschen Einheit! (An welchem Tag sonst? ;))
Und so wie die Bolivianer gesinnt sind, ist es Angie natürlich erst im letzten Moment eingefallen, dass wir uns dafür anmelden und etwas vorbereiten müssen.
So waren wir 5 Tage vor der Feria schwer damit beschäftigt ein Banner zu erstellen mit Fotos und Informationen von bzw. über die Fundacion Hilando Suenos.
Nachdem wir eine Vorlage für das Banner innerhalb von wenigen Stunden erstellt hatten, brachten wir es sofort am Dienstag in eine Druckerei. Doch auch hier kam es zu Komplikationen - der lockeren Einstellung der Bolvianer haben wir dies zu verdanken.
Denn der Ablauf lässt sich folgendermaßen veranschaulichen:
Dienstagnachmittag um 17.30h:
Angie und ich gehen gemeinsam zur Druckerei um das Banner mithilfe unserer Vorlage drucken zu lassen. Wir erkundigen uns über die Preise und Größe des Banners. Ich bin am Mittwochmorgen um 9.30h mit dem Photoshopper verabredet, um das Design des Banners noch einmal zu besprechen und zu bearbeiten.
Mittwochmorgen um 8h:
Es gibt Bloqueos. Von mir zu Hause aus fahren keine Trufis in die Stadt. Ich muss gezwungenermaßen ein Taxi nehmen, welches mich nur bis zu dem Punkt bringt, wo alle Trufis Schlange stehen. Von dort aus muss ich die komplette Straße entlanglaufen um wieder auf fahrende Trufis zu treffen. Glücklicherweise komme ich um 9.27h in der Stadt an. Ich betrete die Druckerei und schaue mir die Bearbeitung des Photoshoppers an. Es gefällt mir. Trotzdem lasse ich mir einige Veränderungen vornehmen. Zufrieden frage ich die Mitarbeiterin wann ich das Banner abholen kann. "Gegen Mittag müsste das Banner fertig sein", antwortet sie mir.
Mittwochnachmittag um 18h:
Meine Mitfreiwillige Johanna macht sich auf den Weg um das Banner abzuholen. "Leider ist es noch nicht fertig. Aber am Donnerstag können sie sich das abholen.", muss sie zu hören kriegen.
Donnerstagnachmittag um 17h:
Ich mache mich auf den Weg um das Banner abzuholen. "Ist das Banner schon fertig?", frage
ich die Mitarbeiterin. "Nein, wir hatten nämlich Probleme mit der Farbe. Das Grau, das auf dem Banner ist, haben wir leider nicht.", lautet die Antwort der Mitarbeiterin."Deswegen würde das Grau einen Lilastich haben. Warten Sie kurz, dann kann ich Ihnen das zeigen." Nach 10 Minuten des Wartens ohne ein Beispielbanner mit diesem gescheiterten Beispiel zu finden, rufe ich genervt: "Dann nehmen Sie doch einfach Schwarz!" "Ist das wirklich in Ordnung für sie?" "Ja! Immerhin ist es doch dunkelgrau!" "Gut, dann werden wir das so für sie anfertigen". "Wird es morgen fertig sein? Wir brauchen das nämlich dringend bis morgen..." "Auf jeden Fall! Um 8.30h oder spätestens 9h können Sie sich das abholen!".Ich komme zu Hause an und erzähle Angie von dem Vorfall. Auch Sie ist genervt und ruft direkt in der Druckerei an.
"Wird das Banner morgen fertig sein? Wir brauchen es nämlich sehr dringend!"
"Ja, so gegen 9.30h. Wir hatten nämlich kein grau."
"Aber warum sagen Sie uns das denn nicht vorher?!"
"Das ist nicht unsere Schuld. Wir konnten es Ihnen doch nicht früher sagen, da sie sich heute zum ersten Mal nach dem Banner erkundigt haben."
"Nein, das stimmt nicht, wir sind jetzt schon das 3. Mal bei Ihnen gewesen und da haben Sie nicht ein einziges Mal erwähnt, dass sie kein Grau haben. Außerdem sollten es bereits Mittwochnachmittag fertig sein. War es aber nicht, sodass sie es auf heute verschoben haben, doch auch heute ist es noch nicht fertig. "
"Gut, morgen um 9.30h können Sie es sich abholen".
"9.30h ist viel zu spät! Wir brauchen es bis 10h morgens!"
Angie legt auf.
Freitagmorgen um 8.30h:
Bereits um 8.30h erscheine ich in der Druckerei um ein bisschen zu hetzen. "Wie sieht es mit dem Banner aus. Ist es endlich fertig?"
"Nein, unser Photoshopper ist noch nicht da, um das Grau in Schwarz umzuändern."
"Aber ich brauche das Banner bis 10h!"
"Sie müssen aber noch warten. Sie können gleich noch einmal wiederkommen..."
"Oh nein, ich warte so lange bis das Banner fertig ist!"
Nach ca. 1/2 Stunde taucht endlich der Photoshopper auf um das Banner noch einmal zu bearbeiten. Dann endlich der ersehnte Moment: Das Banner wird gedruckt!
Und tatsächlich: Um 9.28h kann ich endlich das Baner in den Händen halten.
Mit dem Banner in der Hand kann ich endlich arbeiten gehen.
Doch da geht der Stress weiter: Wir brauchen noch Spendenboxen Produkte zum Verkaufen und die dazugehörigen Preise. Es ist bereits 11h und wir müssen bereits um 1h die Fundacion verlassen. Außerdem hatte uns Angie heute morgen (!) damit beauftragt Flyer und Prospekte auszudrucken. Total gestresst machen wir uns an die Arbeit. Und siehe da: Wir schaffen es nicht rechtzeitig und konnten die Fundacion erst um 15h verlassen.
Zum Glück kamen wir dennoch rechtzeitig an um unseren Stand aufzubauen und vorzubereiten. :D Erleichterung pur!
Die Feria an sich war sehr interessant mit anzusehen, da uns erst hier bewusst wurde, wie viele deutsch Projekte und allgemein Deutsche in Cochabamba stationiert sind. So brauchten wir an dem Abend nicht ein einziges Mal Spanisch zu sprechen, da sooo viele Deutsche vor Ort waren.
Nach der Feria, die bis ungefähr 20h ging, wurde ausgiebig gefeiert. Immerhin war das unser Tag! Zudem kam noch hinzu, dass es der 1. Freitag im Monat war, sodass auch die K oa gefeiert wurde (Was das ist, könnt ihr in den vorherigen Posts nachlesen;) ). So war das eine sehr schöne Mischung aus deutschen und bolivianischen Traditionen. Mit Karaoke liessen wir diesen Abend ausklingen.
Der naechste Tag war schon wesentlich entspannter. So konnte ich den Morgen mit der Familie verbringen. Unerwartet bekamen wir Besuch von Anne (meiner deutschen Mentorin) und Hanna (die Freundin von Dennis), die die schwangere Delina einmal besuchen wollten. Zusammen mit Ihnen assen wir dann zu Mittag und machten uns noch einen gemuetlichen Nachmittag mit Waffeln, Kaffee und Spielen.
Danach musste ich mich fertig machen, da ich zum 2. Mal auf einer Hochzeit eingeladen war. Diesmal aber zusammen mit Rebecca.
Diese war anders als die 2. Hochzeit gestaltet, denn die erschien mir etwas "westlicher". Denn hier fand unter anderem auch das "Brautstraussfangen" statt und noch viele andere Sachen. Aber insgesamt auch eine sehr schoene Hochzeit :).
Die darauffolgende Woche wieder einmal sehr aufregend für die Fundacion, denn wir haben wir die Kinder ein tägliches Frühstück eingeführt. So machten wir uns am Montagmorgen schon früh auf um Früchte und Milch für die Kinder zu kaufen. Glücklicherweise kam das Frühstück sehr gut bei den Kindern an. Genauso wie das Prgram, welches wir für sie erstelt haben, welches aus Origami, Sport, Musik, Spielen und Basteln besteht.
Das Wochenende war mal wieder sehr aufregend, da Maraike und Génesis am Freitag Geburtstag hatten. Zudem ist Delina Tochter am Freitag per Kaiserschnitt auf die Welt gekommen. Willkommen in der Familie Maya Rebeca!
Für Maraike war eine Überraschungparty mit Torte, Pizza und Geschenken geplant, die uns auch super gelungen ist!
Génesis widerum bekam von Anne, Johanna und mir einen Kindergeburtstag mit Schatzsuche, Spielen und Torte organisiert. Auch diese war ein voller Erfolg!
Nach dem ganzen Stress musste am Sonntag wieder ausgeschlafen werden. Nicht ohne Grund, da auch sie Wahlen am Sonntag stattfanden. Für diesen Anlass wurden alle Verkehrmittel für diesen einen Tag aus dem Verkehr genommen, damit nicht die Möglichkeit bestehe, dass jemand in zwei Städten wählt. Interessant hierbei ist, dass in Bolivien Wahlpflicht herrscht. Denn wenn es einer riskiert nicht wählen zu gehen, so muss er damit rechnen, die nächsten 3 Monate keine Bankgeschäfte machen zu gehen.
Wer die Wahl gewonnen hat, gibt´s im nächsten Post zu lesen!
Bis dahin
Besos
Shelly

